Werkstatt-Tour bei Christine Ruff Ceramics in Wuppertal

Eine Form, unendliche Variationsmöglichkeiten – diesem Motto folgen viele der Keramiken der Wuppertaler Künstlerin Christine Ruff. Ihre Vasen- und Schalenserien spielen zumeist mit dem Austarieren verschiedener Größen und Varianten einer einzigen Grundform. Für unsere monatliche Werkstatt-Tour haben wir sie in ihrem Atelier besucht.

Mit dem Aufzug fahre ich in die oberste Etage des Kolkmannhauses in der Wuppertaler Innenstadt. Einige Künstler und Designer haben hier ihre Studios und Werkstätten. Unter ihnen ist auch Christine Ruff. Eher unauffällig gelegen und von außen nicht sofort zu erkennen, befindet sich hier ihr Atelier. Entlang der Wände erstrecken sich deckenhohe Regale. Aufgereiht stehen hier Kisten mit Keramikobjekten. An der gegenüberliegenden Wand stapeln sich Gipsformen und Rohmaterial auf den Regalböden. In einer Ecke sind noch die Objekte der Teilnehmer des letzten Kurses aufgestellt.

Nachdem Christine Ruff über sechs Jahre für den englischen Bildhauer und ehemaligen Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie Tony Cragg arbeitete, widmet sie sich heute ausschließlich ihren eigenen keramischen Objekten. Für Craggs Skulpturen fertige die gelernte Keramik-Gestalterin nach seinen zeichnerischen Vorlagen große Formen in Styropor, Kunststoff, Holz und Gips. Gerade das Abdrehen der Formen mit Gips an der Drehscheibe hatte es ihr während dieser Zeit besonders angetan. Nach jahrelanger Arbeit in Craggs Studio, war es für sie an der Zeit, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Sie kaufte sich eine Gips-Abdrehscheibe und machte sich mit ihrem heutigen Atelier selbstständig.

Die erste eigene Keramik, die Christine Ruff in ihrem Atelier in Wuppertal fertigt, ist eine doppelwandige Vase aus Steinzeugton, hergestellt im Gießverfahren. Inspiriert durch eine Müslischale und ein Taufbecken sei die Form entstanden. Eine unerwartete Inspirationsquelle, betrachtet man die äußerst zarte und fein geschwungene Linie ihrer Komposition. Matt weiß ist die Glasur dieser ersten Serie und drückt ihre Verbundenheit zum Material Gips aus.

2013 gewinnt Christine Ruff den Staatspreis für Kunsthandwerk für eine Vasenkreation, die durch bewusste Deformation ihre Form erhielt. Zuvor waren große Formen durch die Schwere und Weichheit des Materials während des Brennprozesses eingesackt. Die daraus entstandenen Deformationen inspirierten die Keramikerin zu der ungewöhnlichen Formgestaltung.

In ihrem Repertoire finden sich viele weitere Kreationen, darunter Bauchvasen, Flaschenvasen und Wackelschalen. Zumeist ergibt sich aus einem Objekt gleich eine ganze Serie. Christine Ruff liebt das Spiel mit den Formen. Eine Form wiederholt sich in unterschiedlichen Variationen und Größen, harmoniert jeweils mit der nächst größeren Variante einer Serie. Zu einer Vase wird das passende Gegenstück geformt, es entsteht eine Paarvase. Fast alle Objekte sind in pastelligen Tönen gehalten. Nur wenige Keramiken zeigen kräftigere Färbungen wie ein sattes Rot oder tiefes Schwarz.

Ein Besuch in Christine Ruffs Atelier ist nach telefonischer Vereinbarung möglich. Ihre Objekte können sowohl in ihrem Online-Shop als auch vor Ort erstanden werden. Einige der Objekte werden in der Galerie Bollhorst in Freiburg sowie noch bis Ende 2016 in der Galerie Zehn in Hildesheim ausgestellt.


Zur Webseite von Christine Ruff:
http://www.ruffceramic.de/

 

 

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