Werkstatt-Tour: Garner Blue

Lisa Garner färbt mit Vorliebe ihre Textilien mit dem natürlichem Pflanzenfarbstoff Indigo. Ihre Stoffe, aus denen sie Servietten, Kissenhüllen und Trockentücher fertigt, zeigen Muster von Flusssteinen, Holzklötzchen, Zweigen und sogar alten Kassetten. Wir durften einen Blick in ihr Atelier in ihrem kleinen Backsteinhäuschen in Jackson, Tennessee, werfen, in dem sie zusammen mit ihrem Musikerehemann und dem Welpen Louvin lebt.

Inspiration

Die Geschichte von Garner Blue beginnt im November 2013. Lisa, die hauptberuflich als Geschäftsführerin von The CO, einem Zentrum für Existenzgründung mit Makerspace und Co-Working-Space, arbeitet, organisierte zu dieser Zeit zusammen mit ihrer Freundin Keely Beasley ein Kreativwochenende für Frauen: das CAMP. Die Teilnehmerinnen sollen in einer angenehmen und heimeligen Atmosphäre abseits des Alltags in einer kleinen Hütte ihre Kreativität ausleben können und vier neue Handwerksmethoden erlenen. Neben dem Seilweben, dem Übertragen von Fotos und Arbeiten in Leder widmen sich die Frauen an diesem Wochenende dem Färben mit Indigo.
Lisa hatte sich zuvor in diese Technik eingearbeitet, begeisterte sich für die verschiedenen Schattierungen, die mithilfe der traditionellen japanischen Färbemethode Shibori erreicht werden konnten, und zusammen mit den Frauen färbte sie während des Wochenendes erstmals große Baumwollschals mit Indigo. Der Beginn ihrer Leidenschaft für die natürliche Pflanzenfarbe.

Erste Produkte

Begeistert von den Möglichkeiten der Shibori-Technik variierte Lisa in der kommenden Zeit mit verschiedenen Mustern. Ihr erstes Produkt, das sie für ihre eigene kleine neue Firma Garner Blue fertigte, war ein gewebter und gefärbter Baumwollschal. Zunächst verkaufte sie ihre Produkte in einem Pop-Up-Shop, den sie in ihrem Heimatstädtchen eröffnete. Sie begann, mit anderen Materialien zu experimentieren. Neben neuen Stoffen wie Seide, kamen auch Leinwand, Papier und Holz zum Einsatz.

Ein neues Stück entsteht

Eine eigene Werkstatt hat Lisa nicht. Sie arbeitet in ihrem kleinen Backsteinhäuschen, hat sich eigens für ihre Produktion ein Zimmer zurechtgemacht. Gefärbt wird draußen vor dem Haus.
Für alle neuen Muster, die Lisa entwickelt, wendet sie entweder eine moderne Shibori-Technik oder eine ebenfalls japanische Schablonentechnik an, bei der alle Stellen, die mit Reispaste bedeckt werden, keine Farbe annehmen. Für beide Methoden verwendet sie Naturtextilien. Bei der Shibori-Technik werden die Stoffe gefaltet und zusammengebunden. Muster entstehen hier durch den Einsatz verschiedener Objekte. Denn dort, wo beispielsweise eine Kassette oder ein Stein auf dem Stoff liegt, wird die Farbe weniger intensiv angenommen. Bei der Schablonentechnik werden die Schablonen auf den Stoff gelegt und alle Freiräume mit Reispaste ausgefüllt.
Lisa liebt den Prozess des Färbens. Denn wenn die frisch gefärbten Stoffe aus der färbenden Flüssigkeit kommen, schimmern sie zunächst in einer Art fluoreszierendem Gelb, das erst an der Luft zu dem typischen Indigo-Blau wird. Erst nachdem der komplette Okzidationsprozess abgeschlossen ist, wickelt Lisa die Stücke auseinander und kann die entstandenen Muster betrachten.

Materialien

Die Produktpalette von Garner Blue umfasst mittlerweile neben Kissenhüllen, Servietten und Trockentüchern auch dekorative Wandbilder auf Leinwand. Kissenhüllen und Servietten fertigt Lisa aus wiederverwerteten Stoffen, unter anderem aus alten Servietten oder Decken, die sie auf Trödelmärkten ersteht. Neue Stoffe stammen aus indonesischer, äthiopischer oder heimischer Produktion.


Alle Produkte von Garner Blue findet Ihr im Online-Shop auf Lisas Webseite:
Garner Blue

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